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Dienstag, 28 Januar 2014 13:02

Pflanzenwelt

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In der Pflanzenwelt des Supramonte treffen wir vor allem die Steineiche an. In einigen Gegenden, wie zum Beispiel dem Primärwald von Sas Baddes, dem einzigen in Italien, finden wir darüber hinaus spontane Baumarten wie die Eiche, die Eibe, Wacholder oder die Stechpalme vor.

Das Inseldasein hat zur Ausbildung einer spezifischen und ursprünglichen Flora geführt, die reich an endemischen Pflanzenarten ist. Bei diesen Arten kann es sich entweder um lebende Relikte alter, ausgestorbener Pflanzenarten (Paleoendemismen) handeln oder aber um Arten neueren Ursprungs (Neoendemismen), die aufgrund klimatischer, ökologischer oder genetischer Ereignissen oder Veränderungen, oder aber aufgrund besonderer Umweltbedingungen entstanden sind. Man unterscheidet folgende Klassen von Arten:

a) Pflanzenarten, die nur auf Sardinien vorkommen;

b) Pflanzenarten die auf Sardinien und Korsika vorkommen;

c) Pflanzenarten, die auf Sardinien, Korsika und den Balearen vorkommen;

d) Pflanzenarten, die auf Sardinien, auf Sizilien oder an anderen Orten im Mittelmeer vorkommen.

Die Vegetation dieser Gegenden wird hauptsächlich aus den typischen Arten des Mittelmeerraums gebildet. Das Klima ist hier warm-feucht, es gibt zwei Regenperioden und im Winter nur sehr selten Frost. Zwischen Ende Oktober und dem spätem Frühjahr lebt die Vegetation auf, während die Pflanzenwelt im Sommer ihre Aktivitäten einschränkt oder, um Dürrezeiten zu überstehen, gar in eine Ruhepause eintritt.

Man kann verschiedene Stufen (climax = letzte Evolutionsstufe von Pflanzen in einem bestimmten Lebensraum) unterscheiden:

1.) Climax della macchia termoxerofila litoranea (= Macchia in niedrig gelegenen Küstenlandschaften bis 400 m mit einer Ausrichtung nach Süden, Süd-Osten): die am meisten vorkommende Art ist der Phönizische Wacholder (Juniperus phoenicea L.), der sich an den Felsklippen entlang der Küste bis auf eine Höhe von 400-500 m ausbreitet. Danach überwiegen Arten wie die Steineiche (Quercus ilex L.) und der Zedern-Wacholder (Juniperus oxycedrus L.).

2.) Climax a sclerofille sempreverdi termoxerofile (= immergrüne Hartlaubgewächse auf einer Höhe von 400 bis 500 m): Arten wie der Mastixstrauch (Pistacia lentiscus L.), der Olivenbaum (Olea europea L. varietà sylvestris Miller-Brot), der Ginster (Calicotome villosa Pouret), die Liguster (Phillyrea angustifolia L.). Es sind folgende Vegetationsformen anzutreffen: l’Oleo-lentiscetum und l'Oleo-euphorbietum dendroidis.

Der Wald

Die Pflanzenarten des Waldes, auch als “immergrüne, mediterrane Hartlaubgewächse” bezeichnet, sind gegen Norden in ihrer Ausbreitung aufgrund der niedrigen Temperaturen im Winter begrenzt. Vorherrschende Baumarten in der Mittelmeerregion sind gemeinhin die immergrüne Eiche sowie der Pinienbaum (im Gebiet von Cala Gonone nicht vorhanden) zusammen mit immergrünen Baumarten wie dem Wacholder (Juniperus sp), daneben Heidekrautgewächse (Erica sp) und die Zistrose (Cistus sp).

Menschliche Aktivitäten, wie zum Beispiel Rodung und die Schaffung von Weideland haben die Vegetation im Gebiet von Dorgali - Cala Gonone maßgeblich beeinflusst: so wächst beispielsweise an Stellen, wo zuvor die Quercus ilex (Steineiche) anzutreffen war heute Phönizischer Wacholder (Juniperus phoenicea). Da menschliche Eingriffe dieser Art in die Natur heute nahezu ausbleiben, befindet sich die Vegetation, die sich zu 70-75% aus Arten wie dem Wacholder, dem Wolfsmilchstrauch, dem Terpentin-Pistazie, dem Olivenbaum, der Liguster etc. zusammensetzt, in einer Phase der Stabilität.

An den Osthängen des Gebietes, in den am tiefsten gelegenen Tälern, weist der Wald typische Merkmale auf: in sehr trockenen und dürren Abschnitten haben Erdbeerbaum (Arbutus unedo L.) und Baumheide (Erica arborea L.) die Steineiche (Quercus ilex L.) ersetzt und bilden eine Vegetation von hoch wachsenden Sträuchern.

Wird das natürliche Gleichgewicht des Bodens nicht durch negative Einflüsse gestört, besteht durchaus die Möglichkeit, dass hier durch den Flug von Steineichenpollen ein neuer entsteht.

Neben einer Mischung diverser immergrüner Hartlaubgewächse treffen wir auch verschiedene Laubbaumarten, wie zum Beispiel die Manna-Esche (Fraxinus ornus L.) an. Je näher wir zur Küste kommen, desto seltener finden wir – abgesehen von einigen sporadischen Fleckchen - Waldabschnitte mit Steineichen vor. Vereinzelt sieht man inmitten der Garriga, verankert an den fast senkrechten Steilhängen, das ein oder andere uralte Exemplar. Einzelne Gruppen von Steineichen (Quercus ilex) und Wacholdern (Juniperus sp) - zum Teil von bemerkenswerten Dimensionen - sind gerade dort anzutreffen, wo ein Karstsystem ihre Wasserversorgung gewährleistet. Am niedrigen Wachstum und den dicken Stämmen sieht man jedoch deutlich, dass extreme Situationen wie zum Beispiel das Fehlen eines nährreichen Bodens oder dem Ausbleiben von Wasser in bestimmten Zeiten, die Physiologie dieser Bäume stark beeinträchtigt haben.

Die Macchia

Eine Vegetation von Sträuchern und niedrigen Bäumen, die nicht über 4 m hinauswachsen, wird als “Macchia” bezeichnet ( F.A.O. 1982). Die Macchia der hiesigen Gegend, zum großen Teil durch Wacholderwald ersetzt, ist eine dichtes Buschwerk, das sich aus niedrig wachsenden, immergrünen Baumgewächsen (von 1-2 m Höhe) zusammensetzt. Sporadisch treffen wir weit auseinander stehende Steineichen an, während andere Arten, wie der Phönizische Wacholder (Juniperus phoenicea L.), die Liguster (Phillyrea latifoglia) oder der Erdbeerbaum angesichts der alkalischen Beschaffenheit des Bodens, eher auf Kalkfelsen wachsen. In der Schlucht von Fuili ist der Oleander vorherrschend. Daneben treffen wir Mastixsträucher von bemerkenswerter Größe an, darunter zum Teil sehr alte Exemplare.


Die Gariga

Die Garrigue oder Gariga ist das Ergebnis menschlicher Eingriffe in die Natur wie zum Beispiel Abholzung oder Brandrodung zur Schaffung von Weideland. Diese Ausdünnung bzw. Degradation der Macchia wird am Fehlen des Erdbeerbaums (Phillyrea s.l.) sowie am sporadischen Auftreten der Steinlinde (Arbutus unedo L.) und des Mastixbums deutlich. Sie führt zu einer zum Teil offenen, durch die Präsenz von Felsvorsprüngen, zum Teil ungleichmäßigen Strauchheideformation. Die Beseitigung der Hartlaubvegetation begünstigt das Wachstum einer reichen Vegetation von krautigen Pflanzenarten, in der Regel Terophyten (einjährige Pflanzen, die ungünstige Temperatur- oder Feuchtigkeitsbedingungen als Samen unter der Erde überdauern), die eine Wiederaufforstung erschweren.

Gelesen 2427 mal Letzte Änderung am Dienstag, 28 Januar 2014 13:35

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